Günter Edgar Wiederer, Künstler


CHRONIK DES WELTENBUMMLERS GÜNTER EDGAR WIEDERER

G. E. Wiederer, 1952 in Schweinfurt geboren, wächst in Sennfeld auf. Schon sehr früh beginnt er zu malen und zu zeichnen und beeindruckte seine Mitschüler und Lehrer. Auch die Musik nimmt einen besonderen Stellenwert ein. So besorgt er sich eine Gitarre und lernt zu spielen.

Nach der Schule in Sennfeld beginnt er 1966 eine Lehre als Buchdrucker beim Schweinfurter Tagblatt, besucht einen Malkurs in der Volkshochschule und experimentiert mit Restfarben aus der Druckmaschine. Die Farbe wird auf Spanplatten aufgespachtelt und mit Hilfe von Lösungsmittel verflüssigt. Parallel dazu unternimmt er erste Versuche im Zeichnen und Malen und er porträtiert Musiker nach Vorlage. 1974 stillt er mit einem Studienaufenthalt in London sein Fernweh, - eine große Erfahrung, für den Anhänger der 68er Friedensbewegung.

Seit 1969 Bassist der Rockband „King Bröschli“ will er sich in Englands Metropole eigentlich mit der Musik befassen, doch er landet bei der Malerei. Als er sich näher mit den Techniken des Surrealisten Max Ernst befasst, entdeckt er die Ähnlichkeiten zu seinen eigenen Versuchen, Farbe zu nutzen. Auch die Werke anderer großer Meister erschließen sich ihm in den Museen und Galerien. Die Stadt ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Zwölf Monate London und anschließend sechs Monate Amsterdam mit Studien im Van Gogh-Museum, finanziert er sich mit Straßenmalerei und -musik.

Neue Inspiration erwartet er sich dann von einem „Tapetenwechsel“. Das Ziel heißt Portugal, es lockt die Wärme, das Erleben von Sonne, Strand und Meer. Doch die Malerei allein reicht ihm nicht, er ist auch Musiker. Alte „Kontakte“ führen zur Gründung der „Waveband“, mit der er zwei Jahre als Gitarrist und Songwriter durch Portugal und Spanien tingelt.

1979 in die Heimat zurückgekehrt, bildet er sich im Offset-Druck und in Reprotechnik weiter. Er fertigt Plakatentwürfe, Linolschnitte, malt erste Bilder in Ölfarbe. Mit Freunden gründet er eine Musiker- WG und die Jazzrockband „Chakra“, die bis 1982 existiert. 1983 schließt er sich der Bluesrockband „Stoneground“ an, die bis Ende 1984 besteht. 1985 entschließt er sich zu einer Tournee mit der Rockgruppe „Mirror“ durch Spanien.

Im Jahr der Tschernobylkatastrophe, Sommer 1986, bricht er mit seiner Familie nach Costa Rica (Mittelamerika) auf, um mit einem Partner eine Möbelschreinerei zu betreiben. Durch die Fertigung von Möbeln aus tropischen Hölzern, Keilspannrahmen für etablierte einheimische Künstler und Galerien gelingt es ihm, Freundschaften und vielfältige Kontakte zu schließen. Seitdem investiert er soviel Zeit wie möglich in die Malerei.

1988 findet und kauft er eine verlassene Farm, auf 2000 Meter in den Bergen, inmitten des Nebelwaldes. Hier fasziniert ihn die besondere landschaftliche Lage. Er baut eine Hütte, kauft Pferde und entschließt sich zu bleiben. Die Farm nennt er „Illuminatis“, da sie ihn durch den Wechsel von Regen und Sonne besonders inspirierte. Doch um die Farm aufzubauen braucht er Geld. So wechselt er ab 1992 zwischen Costa Rica und Deutschland.

In München betreibt er Kulissen-, Bühnen- und Setbau für Werbefilme, montiert Ladeneinrichtungen in Möbel- und Supermärkten und wird schließlich freier Mitarbeiter in den Bavaria Studios, die für ZDF und Bayerischen Rundfunk arbeiten.

Seit 2001 lebt er wieder in Schweinfurt

Atelier

MULTIVISIONALE WELTEN

Günter Edgar Wiederer, 1952 in Schweinfurt geboren, steht in der Tradition der surrealen Malerei. Er präpariert seine Leinwände mit gegensätzlichen, transparenten Farbschichten und erzeugt so Strukturen und Muster durch Abkratzen, Durchreiben oder Abklatschen. Die so gewonnene Skizze dient nun als Grundlage und Grundstimmung in einem Prozess „intuitiver Motivsuche“.

Die Symbolik entwickelt sich aus dem Vorhandenen fast von selbst, sie ist zeitlos und bringt doch den surrealen Moment in ein zeitgemäßes Gewand.

Inspiration und Einfluss seiner zeitweisen Heimat, Costa Rica, erklärt den oft subtropisch anmutenden Hintergrund mit seinem geheimnisvollen Licht und Schattenspiel.

Atelier

Die von ihm angewandten Mischtechniken begünstigen die intuitive Bestimmung des Bildinhalts. Farbschichten kristallisieren sich zu Stimmungen, Motiven. Es entsteht die Skizze - Eindrücke fiktiver Ereignisse. Der Betrachter hat die Möglichkeit Ebenen und Bildwelten zu erleben, die ihm im Alltag verschlossen bleiben würden.

Die großformatigen Acrylgemälde entführen den Betrachter auf die Ebene intuitiver surrealer Malerei und sind ein Angriff auf das rational – ordnende Wahrnehmungsvermögen. Der Maler sucht nicht nach einem Bildinhalt - er findet ihn.

Die Anwendung von Abklatsch-, Verlauf-, Abkratz- und Durchreibtechniken sowie das stete Herausarbeiten der sich aufdrängenden Visionen ermöglicht dem Künstler seine eigene Imagination in einem vielschichtigen Prozess zu „fixieren“.

Die Landschaften und Motive bestechen durch transparente Farbigkeit. Surreale Symbolik verschmilzt in modrig-morphide Nebelwälder, doch Leben erscheint aus dem Nichts, leuchtet in vielen Facetten.

Das Hauptinteresse des Künstlers, seine Motivation und Leidenschaft liegt in der Öffnung multivisionaler Bildwelten - dem Gedankenspiel gegensätzlicher, sich überschneidender Horizonte.

Multivision in surrealer Prägung

Atelier

AUSSTELLUNGEN

2001   "Zehnthof" Geldersheim

2002  Alte Schule Sennfeld

Trimburg bei Hammelburg

2004 / 2005   "Hummelhof" Steigerwald

2004 / 2005   Obereisenheimer Kulturherbst

2005 / 2006  Winzergenossenschaft Volkach und Rödelsee

2005 / 2006  Schweinfurter "Kunstcaree" Altstadtcafe

2006 / 2008 "Lavazza" Schweinfurt und Bad Kissingen

2004 / 2006 UFRA

2007 Kolpingrestaurant "Zum Gsell"

2008 Interkulturelles Begegnungszentrum Schweinfurt

 

Günter Edgar Wiederer

2009 bfz Schweinfurt

Bildergalerie

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Fotos bfz: Jürgen Höfling


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